Techno Geschichte – Teil 3

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Die Geburt von Techno

Die Detroiter Radioshow  Electrifying Mojo von  Charles Johnson vertrat mit einem vielseitigen Radioprogramm nicht nur durch die Auswahl der Musik  – wie Kraftwerk, Prince , B-52s oder Parliament – einen von den vorherrschenden Konventionen befreiten Grundgedanken. Johnson sprach über Themen wie Toleranz, Respekt und Zusammenhalt. Und diese Botschaft nistete sich in den Köpfen der jungen Detroiter Techno-gemeinde als eine starke Inspirationsquelle ein.

Mit dem Roland TR-909 hob das DJ Kollektiv Deep Space, bestehend aus Juan Atkins und Derrick May, ihren eklektischen Musikstil auf das nächste Level. Ab 1985 gingen Atkins und May eigene Wege und lösten Cybotron auf. Eine Handvoll begabter  Musiker aus Detroit kam ihrem Ziel immer näher, eine eigene Definition von Musik zu erschaffen, die aus dem bisherigen  elektronischen Musikkontext herausgelöst war und die ihren Widerhall in der Zukunft fand – postelektronische Musik mit dem Namen Techno

Die Gedanken der DJs und Produzenten kreisten auch um die  all-gegenwärtige apokalyptische Situation der Stadt Detroit. Nach dem Zusammenbruch der Automobilindustrie spiegelte der Alltag eine hohe Arbeitslosigkeit und eine damit einhergehende Drogenwelle wider. Dies hinterließ tiefe Narben in den Köpfen der Betroffenen. Detroit  geriet gegenüber anderen nahe gelegenen Großstädten wie Chicago oder Cleveland zunehmend in Vergessenheit.

Die Detroiter fühlten sich, wie schon so oft in der Geschichte des afroamerikanischen Volkes, wieder einmal vom Establishment ausgenutzt und fallengelassen. Besonders die zweite Generation von Detroits Techno-Heads schlug Alarm. Das Kollektiv UR Underground  Resistance – das ab 1989 mit “Mad” Mike Banks und Jeff Mills alias  The  Wizard in den Techno-Kosmos eintrat – bewirkte in den Köpfen vieler Tausender Techno-Enthusiasten ein Umdenken und beflügelte den rebellischen Geist von Techno in seiner UR-Form -in fundamentalermusikalischer  wie auch  menschlicher  Hinsicht. Sie strebten nach Unabhängigkeit, künstlerischer Freiheit und begehrten gegen Ungerechtigkeit und soziale Missstände auf – basierend auf der erschütterlichen Geschichte der afroamerikanischen Gemeinschaft. Sie prangerten die Ideenlosigkeit an, mit der die Stadtväter institutionellen Rassismus unterschwellig fabrizierten.

Literatur: Wikipedia der aufgeführten Künstler; Rave on! von Matthew Collin; Electronic Germany von Christian Arndt