Zwei Gedanken zu Streaming-Services

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Soundcloud, Mixcloud, Spotify, united we stream

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Ich kenne niemanden, der sein Streaming-Verhalten hinterfragt. Du? Kaum jemandem ist klar, wie schädlich sogar das Streamen von digitalen Inhalten, egal ob Serien, Filme, Music etc., für das Klima ist. Egal wie umweltbewusst und nachhaltig wir im Alltag versuchen unser Bestes zu geben, spätestens wenn wir online gehen, wollen wir auch mal abschalten können und uns auf die Vielfalt der Anbieter konzentrieren. Streaming-Services wie Spotify, Soundclound oder Netflix werden stärker und stärker, denn unabhängig von Ort oder Zeit können wir rund um die Uhr ganz nach unserer Stimmung auswählen – und das wird natürlich auf der ganzen Welt 24/7 genutzt. An sich absolut großartig, und man will es nie wieder missen.

Kohlendioxid
Strukturformel von CO 2

Jedoch befeuert Streaming leider nicht nur die Glückseligkeit des Users, nein, Streaming gehört zu den Big-Five-Erzeugern  von CO2, und die Belastung steigt mit dem anhaltenden Ausbau des Internets immer weiter. „Eine halbe Stunde Streaming verursacht laut Berechnungen des französischen Think Tanks The Shift Project Emissionen, die 1,6 Kilogramm Kohlendioxid entsprechen = etwa so viel wie bei einer Autofahrt von 6,28 Kilometern”! (Quelle: NTV)  Angenommen, man hört zwei Stunden Musik auf Spotify und sieht sich abends noch auf Netflix einen Film an, hat man mal eben die Umwelt mit dem CO2-Ausstoß einer 50 km langen Autofahrt belastet.

Klimafreundliches Nachtleben
Gestalte zukunftsfähiges Feiern mit uns!

Wie lässt sich also in der heutigen Zeit, in der Streaming-Services sich in unseren täglichen Lebensgewohnheiten fest verankert haben, eine bewusstere Nutzung herbeiführen? Ist das überhaupt möglich? Aufforstungsprojekte im Regenwald zu unterstützen oder CO2-Ausgleichs-zahlungen zu leisten, kann das Gewissen beruhigen. Noch aktiver kann man sich bei dem neuen Projekt Clubtopia einbringen. Clubtopia lädt ein, umweltbewusstere Klubkultur in der Zukunft mitzugestalten. Ein herkömmliches Buch lesen oder den Hifi-Sound einer Schallplatte ganz analog genießen, das wären hier tägliche Topalternativen, um die Umwelt nicht noch mehr mit CO2 zu belasten.

Aber wo zieht man die Grenzen, wenn Musiker, DJs oder Produzenten von elektronischer Musik bei Streaming-Anbietern wie Mixcloud,  Soundcloud oder Spotify ihre Tracks oder Mixe veröffentlichen und dem Nutzer somit jederzeit digital zugänglich machen. So funktioniert es nun mal. Hier kann wahrscheinlich nur jeder selbst durch bewusste Offline-Phasen (digital detox) sich und der Umwelt eine Pause geben. Gerade jetzt, wo es zum Schutz der Bevölkerung im Rahmen der  Corona-Virus/Covid-19-Eindämmungsmaßnahmen keine Veranstaltungen im Konzert- und Clubbetrieb geben darf, spielt sich im Prinzip alles nur noch online ab.

Jacob Bilabel von Thema 1 – Gründer der Green Music Initiative

Aber auch ein Clubbetrieb an sich spielt durch seinen hohen Verbrauch an Energie durch Heizungs- und Umluftanlagen sowie durch die gesamte Technik für Licht und Sound eine ebenfalls nicht zu unterbewertende Rolle. Hierzu hatte sich die Agentur Thema 1 ernsthafte Gedanken gemacht und das Projekt Green Music Initiative ins Leben gerufen. Schon seit dem Jahr 2011 entstehen innerhalb der Initiative Alternativen zur Einsparung von CO2 bzw. Verringerung des Ausstoßes. Durch dieses Programm wird die Clubszene zum Umdenken und Handeln motiviert. 

„Die Vision der Green Music Initiative ist eine zukunftsfähige Musikbranche mit Vorbildcharakter in der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen.”

(Quelle: http://www.greenmusicinitiative.de/)

Das Schlagwort Streaming in Bezug auf die Vergütung von Tantiemen löst wiederum bei den Produzenten elektronischer Musik nicht nur Euphorie aus. Unbehagen ist ein leidlicher Begleiter. Selbst bei tausenden von  Followern und Nutzern stehen die Erlöse für Produzenten*innen nicht im Einklang mit dem geistigen, zeitlichen und materiellen Aufwand, z.B. dem Mastering oder der Studiomiete, um hochwertige elektronische Musik zu erstellen. Und nicht jedem*r Produzenten*in ist es vergönnt (es ist auch nicht immer das Ziel), parallel zur Studioarbeit eine finanziell abgesicherte DJ-Karriere zu bestreiten. Im Bereich Musik heißt es immer wieder, dass nur noch durch die Einnahmen von Konzerten oder Gigs und  durch die Kommerzialisierung der Marke Geld zu verdienen ist. Aber es geht nicht immer nur um das rein Monetäre.

Streaming Anbieter
 Mehr Tantiemen für den Künstler

Der geistige Besitz am Werk sollte geschützt und anerkannt werden. Und natürlich möchte man nach Veröffentlichung irgendwo „aufschlagen”. Analysetools, wie sie zum Beispiel beim Streamingservice-Anbieter Mixcloud zum Einsatz kommen, können zur Bestimmung eines Urhebers der einzelnen Tracks in einem Mix hilfreich sein. Mixcloud wie auch Mitbewerber Soundcloud stellen die populärsten Anbieter dar und sind bei DJs und Produzenten als Verbreiter ihrer Mixe und Werke im Prinzip unumgänglich. Darüber hinaus bieten die Plattformen unterschiedliche Einstellungen an, wie man generell mehr Aufmerksamkeit für seine Veröffentlichungen erlangen kann.

Beschriftung DJ Mix Soundcloud
DASFAX Mix auf Soundcloud – Hashtags, Schlüsselworte und Tracklist bringen die Hörer*innen auf deine Spur

Schon eine simple Beschriftung des Tracks oder Mixes mit stimmigen Schlüsselworten und Tags lässt gleich weltweit User am neuesten Material Spaß haben. Wer regelmäßig Werke veröffentlicht, wird in der Regel bei Suchanfragen im oberen Bereich innerhalb der Plattformen oder generell in Suchmaschinen zu finden sein. Ein Post auf den gängigen Social-Media-Kanälen wie Facebook, Twitter, Instagram an userfreundlichen Tagen und Tageszeiten informiert die Fanbase nicht nur über die VÖ des musikalischen Neuwerks, sondern animiert die Follower zum weiteren Verbreiten des Posts.

Zum Beispiel veröffentlicht DJ und Produzent Chris Liebing  wöchentlich exklusives Material auf seinem Mixcloud-Select-Kanal. Hier erhält der User mittels seines M-Select-Abos zusätzlich Zugang zu ausgewähltem Material und Prämien der Künstler*innen. Des Weiteren eröffnet Mixcloud damit eine Ebene, auf der auch die Urheber der Tracks, die in dem DJ-Mix aufgeführt sind, digital erfasst und entsprechend vergütet werden können. Egal ob Fan oder Neuhörer, es soll damit mehr Exklusivität gegenüber dem herkömmlichen Abo gewährt werden und gleichzeitig die Arbeit des Produzenten eine finanziell bessere Wertschätzung erhalten.

Techno DJ und produzent aus Frankfurt am Main
Instagram | Einer von Chris Liebings Sozial Media Accounts –
Versorgt seine Fans regelmäßig mit neuer Musik und Aktionen

Chris Liebings Social-Media-Auftritte können als Leitfaden sehr hilfreich sein. In diesen ungewöhnlichen Zeiten ist es um so bedeutender geworden, sich online zu präsentieren und durch kleine Impulse präsent zu bleiben. Aktualität, regelmäßiges Einstellen von Mixen, das Einstellen von eigenen Tracks, falls möglich das Verlosen von Audiomaterial oder Merchandising-Artikeln wie T-Shirts, sind nach wie vor sinnvolle Inhalte, damit sich der User für einen Kanal deiner Musikpromotion entscheidet. Zeitgenössische Kommunikationswerkzeuge sind dennoch kein Garant für schnellen Erfolg oder überhaupt einen Erfolg. Ein uraltes Sprichwort besagt dagegen hoffnungsvoll: Steter Tropfen höhlt den Stein.

Kay-Uwe Lenk*DASFAX | Techno Berlin